Orgelbaumuseum Schloss Hanstein

Ostheim vor der Rhön

Der Träger - Gründungsgeschichte


Das Stadtbild in Ostheim wird von der beeindruckenden Kirchenburg, der Lichtenburg, schönen alten Bürgerhäusern und nicht zuletzt von zahlreichen kleinen Stadtschlössern geprägt. Das schönste darunter, das Hansteinsche Schloss, konnte 1988 mit finanzieller Unterstützung des Freistaates Bayern grundlegend saniert werden, mit der Auflage für die Stadt Ostheim, darin ein Museum zu betreiben. 1990 zog mit der Thüringischen Landsmannschaft, die schon längere Zeit ihr Interesse an einer festen Einrichtung in Ostheim bekundet hatte, ein Thüringisch-Unterfränkisches Kunsthandwerksmuseum in die stilvollen Räume ein. Helmut Müller, Gerhard und Ingrid Schmidt gestalteten zusammen mit einem Förderverein Gewölbe und 1. Etage mit Objekten zur Archäologie, Jagd und Porzellan. Einen besonderen Schwerpunkt bildete die Darstellung zeitgenössischer Künstler aus Thüringen. Gezeigt wurden Objekte aus Glas, Holz und Keramik.

Niemand dachte jedoch an die Folgen der Grenzöffnung. Ein „Thüringer Museum“ war nun fehl am Platz, da Thüringen selber wieder jedermann offen stand. Bürgermeister und Stadtrat von Ostheim suchten nach neuen Museumsideen, um die Nutzungsauflagen der Schlossrestaurierung zu erfüllen. Mit der seit über 400 Jahren in Ostheim nachweisbaren Kunst des Orgelbauens wurde ein technischer und künstlerischer „Inhalt“ von internationaler Bedeutung gefunden.

Zusammen mit den beiden Ostheimer Orgelbaumeistern Horst und Günter Hoffmann und mit KMD Jürgen-Peter Schindler, einem engagierten Musiker und kompetenten Organologen, wurde ein Museumskonzept entwickelt, das noch heute Gültigkeit hat. Forschergeist und fachliche Kompetenz begeisterten hochkarätige Fachleute, die zur Mitarbeit im Museum gewonnen werden konnten. Die weltweit einzigartigen Rekonstruktionen zweier mittelalterlicher Orgeln sind dieser Begeisterung für historische Instrumente zu verdanken. Die Instrumenten- und Orgelteilesammlung der Ostheimer Orgelbaufamilien Hoffmann und Markert bildete die Grundlage für den Aufbau des Orgelbaumuseums, dessen Bestand kontinuierlich erweitert und verbessert wurde. Neben vielfältigen Orgelexponaten stellte die Familie Hoffmann zwei historische Orgelmacher-Werkstätten zur Verfügung. Mit interessanten Themen wie „Die Orgel und der Wein“, vielen Orgelpfeifen, die auch von den Besuchern selbst zum Klingen gebracht werden können, und Museumskonzerten wurde ein „lebendiges & klingendes Museum“ geschaffen. Am 18. April 1993 wurde das "Orgelbaumuseum Schloss Hanstein" offiziell eröffnet.

Im November 1993 wurde der Verein Thüringen Museum e.V. gegründet. Der Verein sollte den Betrieb des Thüringen Museums, das in der Trägerschaft der Landsmannschaft Thüringen e.V. lag, sicherstellen. 1994 wurde es durch die Anstellung einer künstlerisch-wissenschaftlichen Fachkraft möglich, Führungen und Konzerte anzubieten, die seither weit mehr als 150.000 Besucher begeistert haben. Die Trennung von der Thüringer Landsmannschaft erfolgte im Jahr 2000 mit der Gründung des heutigen Trägervereins "Orgelbaumuseum Schloss Hanstein e.V." Europäische Fördermittel aus dem Programm Leader +, Unterstützung des Freistaats Bayern, des Bezirks Unterfranken, des Landkreises Rhön-Grabfeld und der Stadt Ostheim ermöglichten in den Jahren 2006–2008 eine grundlegende Neupräsentation der Sammlung, die ihrer internationalen Bedeutung gerecht wird.

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Museumswebsite gefördert durch:

Landesstelle für die nichtstaatlichen Mussen in Bayern
Bayerische Sparkassenstiftung