Orgelbaumuseum Schloss Hanstein

Ostheim vor der Rhön

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„ den Ohren, den Hertzen viel Freude tun bringen,
die Music aufrichtet die traurigen Hertzen,
vertreibet bisweilen auch Ängste und Schmerzen,
darum soll mir die Music im Sinne stets schweben,
bis daß ich sie höre im ewigen Leben.“

Die Orgeln, die Pfeiffen und liebliches Singen, Dieser schöne Spruch steht auf einer der Türen der wundervollen, spätbarocken und reichlich verzierten „Toggenburger Hausorgel“ von 1765. Sie ist, bis auf ein Anfang des 20. Jhdt. eingebautes elektrisches Gebläse, unverändert. So erklingt sie noch immer mit ihrer ursprüngli- chen Wärme und Klangfülle. Die weitverbreitete Tradition der Schweizer Hausorgeln ist den „Calvinisten“ zu verdanken. Denn mit deren „Instrumentalverbot“ in der Kirche wurde eine Hausmusik mit geistlicher und weltlicher Musik gefördert, die ihresgleichen sucht. Zugleich waren die Toggenburger Bauern sehr wohlhabend und kulturbewusst und schenkten ihren Töchtern zur Hochzeit eine Hausorgel. Dem Organisten stand ein Fußhebel zur Winderzeugung zur Verfügung, sodass er beim Spielen unabhängig von anderen Personen war. Die Toggenburger Hausorgel im Orgelbaumuseum wurde von Wendelin Looser gebaut und hat fünf Register vom 8´ bis zum 1´. ‚Wendelin Looser (1720 - 1790), von Kappel (Blomberg), ist der älteste der Toggenburger „Orgelmacher“. Sein Verdienst ist es wohl, die Orgelbaukunst hier begründet zu haben. Er entstammt dem im Ober- toggenburg sehr verbreiteten alten evangelischen Geschlecht Looser, aus welchem schon 1417 ein Jacob Loser von Blomberg, Ammann im Thurtal, anlässlich eines mit Graf Friedrich VI. von Toggenburg getä- tigten Kaufes genannt wird. Seine Orgeln, die wir noch kennen, datieren von 1754 - 1781, doch dürfte er laut einer Notiz von 1749 schon Orgelwerke gebaut haben‘
(Widmer, Otmar: Hausorgelbau im Toggenburg: In: Anzeiger für Schweizer Altertumskunde, Bd. XXIX, Heft 2, 3. Zürich 1937.)

Klangbeispiel

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