Orgelbaumuseum Schloss Hanstein

Ostheim vor der Rhön

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Die Orgel der gotischen Zeitepoche im Orgelbaumuseum ist eine Kopie in Norrlanda (Insel Gotland/Schweden) gebaut und steht heute im Nationalmuseum in Stockholm. Zwar wurden vor geraumer Zeit alle Pfeifen entwendet, die Spielanlage hinauf bis zum Pfeifenstock, also dem Teil, auf dem die Pfeifen stehen, ist jedoch komplett erhalten geblieben – ein großer Gewinn für die Nachwelt. Es gibt nun eine entscheidende und gleich ins Auge fallende Neuerung – Tasten. Mit Hilfe dieser wird in der Windlade ein beledertes Ventil geöffnet, das dann den Wind zu den Pfeifen strömen lässt, wodurch diese zum Klingen gebracht wer- den. Hier sind es 6 -12 Pfeifen pro Ton. Die Klaviatur zeigt schon „moderne“ Elemente wie Unter- und Obertasten, jedoch sind letztere nur paarweise ausgeführt. Das „b“ ist in den Untertasten zu finden – etwas gewöhnungsbedürftig. Mit der „Taste“ in der Mitte wird kein Ton erzeugt, es handelt sich hierbei um ein Luftablassventil. Diese wur- den bis in die Barockzeit verwendet, um den Restwind aus der Orgel abführen zu können. Damit wollte man wohl verhindern, dass sich der Teufel in der Windlade einnistet und so die wertvolle Orgel „schädigt“. der ältesten Orgel der Welt. Das Original wurde 1350 für die Kirche Diese Orgel weist eine lange nicht für möglich gehaltene Besonderheit auf. Die 3 tiefsten Töne des Pedals (C - E) sind Kombinationstöne, es war also damals schon das akustische Phänomen bekannt, tiefe Töne künstlich zu erzeugen. Der tiefste akustisch erzeugte Ton und damit die längste Pfeife in dieser Orgel ist das F. Durch die Spielweise auf den nun entwickelten Tasten ließen sich neue Spielmöglichkeiten wie mehrstimmiges und auch rhythmisches Spiel entwickeln – eine ganz neue Lebendigkeit in der Musik. An Hand einer Inschrift in der zur gleichen Zeit in Sundre/Gotland gebauten und in Teilen erhaltenen Orgel lässt sich der Erbauer nachweisen. Auf Grund der vielen Gemeinsamkeiten der Werke aus Norr- landa und Sundre ergibt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass diese Orgeln und vermutlich weitere in Schriften erwähnte, aber nicht mehr erhaltene Instrumente von Orgelbaumeister Werner aus dem Brandenburgischen in den Jahren 1350-1370 gebaut wurden.
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Klangbeispiel

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