Orgelbaumuseum Schloss Hanstein

Ostheim vor der Rhön

Schloss Hanstein

Ostheim v.d. Rhön erlebte im 16. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blütezeit. Adelssitze, wie Schloß Hanstein, sind steinerne Zeugen dieses Wohlstands. Schloß Hanstein – ehemals Kemenate genannt – ist mit seinen gotischen Treppengiebeln noch stark mittelalterlich geprägt. Die massiven äußeren Bruchsteinmauern sind fast einen Meter dick und mit einer Höhe von über 20 Metern ist das Schloß eines der höchsten steinernen Gebäude Ostheims. Ursprünglich umschloss ein Wirtschaftshof das Gebäude, der den Bewohnern Unabhängigkeit und Sicherheit gewährte.

Im kleinen Hinterhöfchen befand sich eine offene Küche, es gab einen Küchengarten, Holzplatz, ein Waschhaus, je einen 9 m tiefen Haus- und Hofbrunnen, Hühner- und Schweinställe, dazu einen Pferdestall und einen Obstgarten. Der Gewölbekeller war zu dieser Zeit nur vom Hof her zugänglich und wurde wohl zur Lagerung von Erntefrüchten genutzt. Im Erdgeschoss des Wohnhauses gaben Licht- und Luftschlitze spärliches Licht.

Die herrschaftlichen Wohnräume lagen im ersten und zweiten Geschoss. Alte Dielenböden, verschließbare Wandschränke, Aborterker, Sitzplätze an den Fenstern und ein großer Kaminschacht erlauben Einblicke in die Wohnkultur des 16. Jahrhunderts. Repräsentative Steinmetzarbeiten und die Quadermalereien an Fenstern und Türen bezeugen dabei das Bestreben der Besitzer nach modernem Wohnkomfort. Besonders reizvoll zeigen sich die Fresken im Frauengemach, im Schlafraum und im Musikraum.

Eine wirkliche Besonderheit ist die über eine geschlossene Wendeltreppe separat zugängliche Studierstube. Hier brachte der weitgereiste freie Reichsritter Cunz (Konrad) v.d. Tann seine Bibliothek und astronomischen Geräte unter. Er hatte sie sich anfertigen lassen, nachdem er am kaiserlichen Hof in Prag den bedeutenden Astronomen Johannes Kepler kennen gelernt hatte.

Der tiefgreifende soziale Wandel erlaubte es im 19. Jahrhundert erstmals einer bürgerlichen Familie zu Schlossbesitzern aufzusteigen. Bald darauf jedoch gelangte das Anwesen in städtischen Besitz und wurde als Krankenhaus zweckentfremdet. Erst seit seiner behutsamen Restaurierung kurz vor der Wiedervereinigung des geteilten Deutschland bietet es wieder unverstellte Einblicke in die Vergangenheit und zugleich den adäquaten Rahmen für das Orgelbaumuseum.

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