Orgelbaumuseum Schloss Hanstein - Ostheim v. d. Rhön

Orgelbau und Orgelmusik - Immaterielles Kulturerbe der UNESCO seit 2017

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Auch der Hammerflügel von Heinrich Philipp Besalié ist ein besonderes Instrument. Von seinen Flügeln finden sich weltweit nur sehr wenige erhaltene Exemplare. So z. B. im Musikinstrumenten-Museum der Universität Leipzig und in der Sammlung Andrzej Szwalbe in Ostromecko bei Bydgoszcz.

Heinrich Philipp Bessalié (* 1800 in Breslau, Preußen [heute Wrocław, Polen], gest. nach 1867) war ein führender deutscher Klavierbauer des 19. Jhdt. Er erlernte das Handwerk in Breslau bei W. Dörge, und in Wien, wo er 13 Jahre bei J.B. Streichers berühmter Firma arbeitete. 1835 gründete er in Breslau eine eigene Werkstätte. Die Firma erlangte bald Anerkennung:. Ein Flügel, den er 1839 baute, brachte Bessalié den Titel eines königlichen Klavierbauers für Carl, Prinz von Preußen, ein. Im Auftrag des preußischen Königs baute Bessalié ein Klavier für das Schloss Sanssouci in Potsdam und dann für das Schloss Erdmannsdorf. 1845 wurde ihm der Titel eines Künstlers der Berliner Akademie verliehen. Seine Instrumente wurden von F. Liszt, A. Henselt und S. Thalberg gelobt. Er stellte viele Innovationen vor und präsentierte seine Klaviere auf Handwerks- und Industriemessen in Breslau (1839, 1841, 1845, 1852), London (1851) und Paris (1855 und 1867). Er erhielt eine Medaille auf der Berliner Messe 1844. Nach 1867 schrumpfte die Firma. Überlebende Klaviere dieser Art sind unter anderem im Musikinstrumentenmuseum in Leipzig und in der Sammlung Andrzej Szwalbe in Ostromecko bei Bydgoszcz zu finden.

 

 

Das im Orgelbaumuseum befindliche Instrument aus dem Jahr ca. 1848 diente über viele Jahre der am 07. April 1913 in Ostheim geborenen und später hier als Klavierlehrerin tätigen Anna Opfermann. Sie unterrichtete auf diesem Flügel bis Ende der 1960er Jahre unzählige Ostheimer Kinder  und spielte von Bad Neustadt bis in die obere Rhön häufig zur Tanzmusik auf. Sie verstarb am 18. August 2007 im Alter von 94 Jahren in Wilmars.

Ihr Lieblingsspruch war:

Musik ist das Ewige – Unvergängliche
und selig das Haus, in dem dieser Muse
ein Ehrenplatz bereitet wird.

In den Folgejahren wurde das Instrument durch ihre Familie jahrelang als Leihgabe im Museum ausgestellt, das es dann 2020 erwerben konnte. Nach einer aufwendigen Restaurierung erklingt der Flügel wieder in seiner für Besalié typischen Klangfülle und ist somit ein weiteres Zeitzeugnis einer Zeitepoche, in der die Orgel als Hausinstrument eine eher unbedeutende Rolle spielte.

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